In den letzten Tagen höre ich viele jammern. So ein tolles Angebot, alles richtig gemacht, aber keiner will was kaufen. Ist das so? Alles richtig gemacht?
In der Modebranche ist es meiner Meinung nach ganz einfach! Kein aussergewöhnliches Angebot, keine Zukunft! Wer den Kunden Tristesse bietet darf sich nicht wundern ,dass dieser nicht zugreift!
Die "gefühlte" Wirtschaftskrise zeigt sich inzwischen sehr effektiv. Bekleidungskonsum wird sehr schnell heruntergefahren. In Zeiten wo ich auf mein Geld aufpassen muss, werde ich es sicher nicht für bereits Gehabtes, Gesehenes oder gar Gewöhnliches ausgeben!
So auch nicht anders bei der Kindermode! Mode muss doch gerade in schwierigen Zeiten eine Flucht aus der unsicheren Realität in eine emotionale Welt des "Bewundert-Werdens" bieten. Kein Mensch braucht Bekleidung wirklich, weil er sonst nackt gehen müsste. Er wird nichts kaufen, was er zumindest ähnlich schon hat. Bei Kindern ist aber naturbedingt ein gewisser Bedarf da. Allerdings gilt auch hier: Wer nichts ausser Bedarf bietet stirbt!
Ich glaube, dass es die sogenannten Systemlieferanten sehr schwer haben werden. Die modische Ausrichtung ist durch die erlangte Grösse inzwischen eher gesunken. Mode die "keinem weh tut". Inzwischen einfach zu teuer, für das was geboten wird.
Nein, wer auf ein Shirt jahrelang eine Maus drauf druckt und diese als Mode und Neuheit jeden Monat in neuen Farben an seine Kunden verkauft, hat bisher damit nicht viel verkehrt gemacht. Aber von nun an wird es schwer werden. Die Vergleichbarkeit mit anderen Kollektionen zum deutlich günstigeren Preis, wird dem Kunden schnell auffallen. C& A, Charles Vögele, und vor allem Staccato von der Katag werden Ihre Chance wittern und den Platz von den Systemlieferanten einnehmen...wollen zumindest. Ich glaube schwer wird es für alle werden keine Frage, aber wer den Kunden nicht emotional berühren kann, wird Umsatzeinbussen haben...deutliche und stärker als die Anderen. Es ist eben so, dass der Preis inzwischen auch emotionalisiert.
Die einst geniale Idee der Systemlieferanten, das sie Mode entemotionalisiert haben und zum prozessoptimierten Bedarfsprodukt und somit den Umsatz planbar gemacht haben, wird sich bei veränderten Rahmenbedingungen als Hindernis erweisen.
Dem T-Shirt mit der entfashionisierten Maus als Aufdruck sieht man nicht an, aus welchem Monat oder Jahr sie stammt. Bisher war das gut, in Zukunft wird es nur gut für den Secondhandmarkt sein. Da ist die Nachfrage nach Esprit& Co. immer noch ungebrochen. Ich glaube, dass sich dies sogar noch verstärken wird, genau aus dem Grund der "Entemotionalisierung" heraus. Es wird für den Bedarf eingekauft aber für wenig Geld!
Ich bin nicht der Meinung, dass es in Zukunft keinen Markt für "Bedarfsartikel" geben wird. Nein, aber sie werden zum günstigst möglichen Preis gesucht werden. Und ein T-Shirt mit der Maus können nun sehr sehr viele Konkurrenten und nicht nur Esprit. Genau das ist aber die offene Flanke.
Da erinnert mich ein bisschen an "die Geister die ich rief"....
Sonntag, 22. März 2009
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