Montag, 6. Oktober 2008

Franz Carl Weber ohne I Pinco Pallino



Ein befreundeter Personalentwickler sagte mir ein mal auf die Frage, wann man in Zürich war:"Also meine Mutter war nicht in Zürich, wenn Sie nicht beim Globus war und ich war als Kind nicht in Zürich, wenn ich nicht beim Franz Carl Weber war!" Boing! Der Globus und Franz Carl Weber sind also die Institutionen die Zürich ausmachen! Ich fand, da war was dran und seither mache ich es genauso! Bei jedem Zürichbesuch, muss ich bei Globus vorbei, und wenn es nur eine Pizza-Brezel ist, die ich mir vor der Tür kaufe, und bei Franz Carl Weber, obwohl ich dort mehr am Schauen als am Kaufen bin.

Nun war ich kürzlich da und ging Schnur Stacks in den ersten Stock zu den schönen Kleidern.... doch irgendwas war anders!?! Baby Dior und Burberry waren in eine Ecke gequetscht, (ich dachte mir noch über die Enge, dass man um seinen Kinderwagen da rein zu manövrieren mindestens ein Fahrsicherheitstraining bei BMW absolviert haben sollte) der Dieselshop stand noch mit voller machohaftiger Pracht an seinen Platz. Allerdings war das gegenüberliegende Eck mit erwähnten schönen Kleidern von "I Pinco Pallino" dem Babyaussatter Kahloo zum Opfer gefallen. Schade dachte ich und fing an mir über diese Reaktion Gedanken zu machen. War das schon eine Antwort auf die Bankenkrise? Waren die Sachen für den Zürcher zu teuer? Zu schön? Zu informiert? Oder ist es schlichtweg das Gefühl, dass Kinderkleidung immer irgendwie "Casual" sein muss?

Es ist auffällig, warum die konfektionierten Marken und Hersteller im speziell deutschsprachigen Raum sehr schwer zu finden sind. Genau die "I Pinco Pallinos" die "Mona Lisas" die "Simonettas" Ein schönes Kleid, ja, aber bitte pflegeleicht und Waschmaschinen tauglich, am liebsten bügelfrei...womit wir wieder bei Babycord mit ordentlich Polyester drin oder Interlock gelandet wären. Aber kein schönes Flanell, kein feines Tuch...das müsste ja in die Reinigung! Genau das scheint das absolute No-Go der Kinderbleidung zu sein. Wenn man sich die Beschreibung von Kinderbekleidung anschaut, findet man immer Wohlfühlwörter als Adjektive: komfortabel, weich, anschmiegsam, "in angenehmer Weite". Was ist mit den anderen Sachen? Erfüllen sie diese Kriterien nicht? Ist ein Flanellrock immer kratzig? Ein geschmücktes Blüschen immer einengend? Ich glaube nicht!

Ich denke , dass sich viele kleine Mädchen in das ein oder andere Teil von "InPinco Pallino" verliebt haben, es aber letzten Endes von den Erwachsenen nicht gekauft wurde, weil es eben "Arbeit" macht, wie z. Bsp. bügeln! und jedes nichtverkaufte Teil treibt einen Ladenbesitzer natürlich dazu, den Platz umsatzträchtiger zu verwerten. Und so war das mit der Geschichte von den schönen Kleidern bei Franz Carl Weber, die nun comfotablen, weichen, anschmiegsamen Babyartikeln weichen mussten. Was aus diesen Kindern wird wenn sie gross sind?
Vielleicht Sporthose und Tricot tragende Jungs und zu jedem Anlass Leggings tragende Mädchen.Schade!


1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Hmmmm... Also da bin ich zwiespältig.
Für mich muss es vor allem waschbar sein, denn ich will, dass mein Kind Kind sein kann und nicht ständig auf seine Sachen aufpassen muss. Trotzdem darf es auch mal chic sein, ein Teil der Garderobe ist schon "aufwändig" was Preis, Design und Pflege betrifft.
Am liebsten aber ist mir z.B. die Verdrehtsichnichtqualität von einer bestimmten Markenware, die es auch in très chic gibt und die nicht billig, aber seinen Preis wert ist.

Meine Tochter mag kein Rosa, keine Rüschen und will am liebsten, dass ich ihr alles hinlege zum Anziehen. Die Kleine meiner Kusine steht morgens ewig vorm Schrank und alles muss zusammen passen. So unterschiedlich modebewusst wie dir großen sind auch schon die kleinen Damen :-)

 
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